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Narkose

“Was ist eine Narkose?”


Der Ausdruck “Narkose” leitet sich vom griechischen Ausdruck für Empfindungslosigkeit ab. Der Duden beschreibt die Narkose kurz und zutreffend als “eine allgemeine Betäubung des Organismus”. Dieser Zustand ist durch vielerlei Substanzen und Techniken erreichbar. Konkret wird die “allgemeine Betäubung” durch die Einführung von Medikamenten in die Blutbahn erreicht, da nur so die Substanzen schnell das Gehirn erreichen und tiefe Schlaf- und Schmerzfreiheit induzieren können. Die alleinige Zufuhr von Narkosegasen, die der eingeatmeten Luft über eine Maske beigemischt werden können, bewirkt in der Regel keine ausreichende Betäubung des Organismus. Deshalb wird, nachdem der Patient kontrolliert in den Schlaf versetzt wurde, durch eine Kombination weiterer Mittel, eine vollkommene Schmerzfreiheit erreicht. Zu den Narkosemedikamenten im weiteren Sinne gehören auch sogenannte Muskelerschlaffungsmittel, die außerhalb des Gehirns an den Muskeln der Arme, Beine und des Rumpfes ihre Wirkung entfalten. Wir setzen diese Substanzen in der Regel nicht ein!

 

“Wie lange dauert eine Narkose?”


Grundsätzlich dauert die Narkose so lange, wie der Eingriff stattfindet, plus etwa 5 Minuten für die Start- und Ausleitungsphase der Operation. Während des gesamten Eingriffs findet eine durchgehende Feinabstimmung der Narkose durch den Anästhesisten statt. Hierbei werden auf die jeweilige Situation und den Patienten abgestimmte Medikamentenmengen zugeführt. Dabei orientieren wir uns an den  Messergebnissen der Überwachungsgeräte. Gegen Ende des Eingriffs wird die Zufuhr eingestellt, so dass der Zeitpunkt des Erwachens relativ genau bestimmt werden kann.

 

“Kann man während des Eingriffs wach werden?”


Die ständige Überwachung aller Vitalfunktionen während der Narkose und die Verwendung hochwirksamer Substanzen macht dies sehr unwahrscheinlich. Im Zusammenhang mit den von uns eingesetzten Medikamenten ist uns aus unserer täglichen Praxis oder aus der Fachpresse kein solcher Fall bekannt.

 

“Wie ist das Narkoserisiko einzuschätzen?“


Viele Patienten beunruhigt die Vorstellung, während einer Vollnarkose die Kontrolle über ihren Körper vollständig zu verlieren. Die Angst aus einer Narkose nie wieder aufzuwachen ist dabei so alt wie die Narkose selbst. Solche Narkosezwischenfälle kommen aber heute dank der modernen Überwachungstechniken kaum noch vor. Das Risiko, an einer Narkose zu sterben, liegt heute bei 0,008 bis 0,009% und ist damit kaum größer als im wachen Zustand. Ein etwas erhöhtes Narkoserisiko haben sehr alte kranke Patienten und sehr kleine Kinder. Die häufigsten unangenehmen Nachwirkungen einer Vollnarkose sind vorübergehende Übelkeit und Erbrechen, die bei etwa 10% der Patienten auftreten. Bedingt durch den Beatmungsschlauch klagen circa 10 % der Pateinten über leichte Heiserkeit. In sehr seltenen Fällen kann es nach einer Vollnarkose zu Blutdruck – und Herzrhythmusstörungen sowie zu vorübergehenden Verwirrtheitszuständen kommen.

 

“Welche Voruntersuchungen sind notwendig?”


Klinische Studien haben gezeigt, dass apparative Routineuntersuchungen zu keiner Verbesserung der perioperativen Sicherheit führen. Gerade Kinder empfinden die Unannehmlichkeiten einer Voruntersuchung als Quälerei. Wir halten laborchemische und technische Voruntersuchungen nur bei Hinweisen  auf relevante Vorerkrankungen im Einzelfall  für erwägenswert und stehen damit in Übereinstimmung mit den Empfehlungen unserer Fachgesellschaft.

 

 

“Für wen eignet sich eine Narkose nicht?”


Im Prinzip kann heute bei entsprechender Überwachung nahezu bei jedem Patienten eine Vollnarkose durchgeführt werden. Natürlich wird man dabei immer Risiken und Nutzen gegeneinander abwägen. Eine ambulante Narkose sollte nicht durchgeführt werden bei schweren Herz- und Atemwegserkrankungen. Weiterhin müssen bei einer Reihe seltener Krankheitsbildern sorgfältig die Vor- und Nachteile einer ambulanten Narkose erwogen werden. Außerdem führen wir in der Regel keine ambulanten Narkosen bei Kindern vor Vollendung des 1. Lebensjahres durch.

 

“Worin besteht der Unterschied zwischen einer ambulanten und stationären Narkose?”


Der Unterschied ist nicht so groß. Allerdings darf der ambulant tätige Anästhesist nur Verfahren anwenden, die eine längere, fachpflegerische Betreuung des Patienten nach dem Eingriff nicht notwendig machen. Insoweit müssen Medikamente eingesetzt werden, die der Körper schnell abbauen kann und die deshalb zu keiner stärkeren Beeinträchtigung führen. Auch darf der Eingriff selbst eine besonders lange Nachbeobachtungszeit nicht zwingend erforderlich machen. Bestimmte Operationen können und dürfen deshalb nicht ambulant durchgeführt werden. Ziel der ambulanten Behandlung ist also, den Patienten unter Mitgabe bestimmter Verhaltensregeln noch am Eingriffstag ohne größere Risiken in seine gewohnte Umgebung zu entlassen.

 

“Hört sich ja alles ganz nett an, aber ich habe trotzdem Angst.”


Sie brauchen sich deshalb nicht zu schämen, selbst abgehärteten Zeitgenossen wird angesichts einer Narkose ganz mulmig zumute, auch wenn vorher alles besprochen worden ist. Ein gewisses Unwohlsein bei dem Gedanken, sich anderen auszuliefern, ist völlig normal. Sollten Ihre Ängste jedoch übermächtig werden, scheuen Sie sich nicht, mit uns darüber zu sprechen. Im Übrigen hoffen wir natürlich, Ihnen mit diesen Informationen ein bisschen die Angst genommen zu haben.